Sprechertexte für die Sprachregie: Der komplette Leitfaden
Gute Aufnahmen beginnen vor dem Mikrofon — mit einem klaren Text und präzisen Regieanweisungen. So bereiten Sie Ihren Sprecher optimal vor.

Die beste Aufnahme beginnt nicht im Studio — sie beginnt am Schreibtisch. Ein schlecht vorbereiteter Sprechertext kostet Zeit, Geld und Nerven. Wer seinen Sprecher hingegen mit einem klaren Skript und präzisen Regieanweisungen ausstattet, bekommt beim ersten Take das Ergebnis, das er sich vorgestellt hat. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen genau, wie das geht.
Wie man einen Sprechertext richtig schreibt
Der häufigste Fehler beim Schreiben von Sprechertexten: Man schreibt so, wie man liest — nicht so, wie man spricht. Lange Schachtelsätze, Passivkonstruktionen und abstraktes Fachvokabular funktionieren auf Papier, aber nicht vor dem Mikrofon. Ein guter Sprechertext klingt beim lauten Vorlesen natürlich.
Halten Sie Sätze kurz. Bevorzugen Sie das Aktiv. Vermeiden Sie Abkürzungen, es sei denn, Sie geben explizit an, wie sie ausgesprochen werden sollen — schreiben Sie statt EU besser Europäische Union, wenn das gemeint ist. Dasselbe gilt für Zahlen: 3,5 Millionen statt 3.500.000.
Markennamen, fremdsprachige Begriffe und ungewöhnliche Eigennamen gehören immer mit einer Aussprachenotiz versehen. Ein kurzer Klammerzusatz wie (sprich: Wei-tsch-Ee) nimmt dem Sprecher die Unsicherheit und spart wertvolle Studiozeit.
Struktur und Länge: Was funktioniert
Für die meisten Formate gilt eine Faustregel: 125 bis 150 Wörter entsprechen einer Minute gesprochenen Textes — bei normalem Sprechtempo. Bei einem 30-Sekunden-Spot planen Sie also etwa 65 bis 75 Wörter. Rechnen Sie immer etwas Puffer ein: Ein leicht gekürztes Skript ist einfacher zu retten als ein zu langes.
Strukturieren Sie den Text in kurze Absätze. Jeder Absatz steht für eine Gedankeneinheit. Das hilft dem Sprecher, Atemstellen zu finden und Betonungen natürlich zu setzen. Unnötige Wiederholungen, Füllwörter und doppelt gemoppelte Aussagen sollten vor der Übergabe raus.
Regieanweisungen: So beschreiben Sie den gewünschten Ton
Viele Auftraggeber machen den Fehler, dem Sprecher eine Aufführung zu beschreiben statt eine Stimmung. Lies es so vor, als wärst du aufgeregt ist weniger hilfreich als: Wir suchen einen warmen, einladenden Ton — wie ein erfahrener Kollege, der einer neuen Person im Team erklärt, wie etwas funktioniert.
Gute Regieanweisungen beschreiben das Wer (die Zielgruppe), das Wo (in welchem Kontext wird das gehört?) und das Wie (welche Emotion soll beim Hörer ankommen?). Je konkreter das Bild, das Sie zeichnen, desto näher kommt die Aufnahme an Ihre Vorstellung heran.
Vermeiden Sie widersprüchliche Anweisungen wie professionell, aber locker und trotzdem seriös. Solche Kombis überfordern selbst erfahrene Sprecher. Entscheiden Sie sich für eine klare Hauptrichtung.
Referenzmaterial: Was Sie mitschicken sollten
Ein kurzes Referenzvideo oder ein Audio-Beispiel ist oft mehr wert als zwei Seiten Text. Zeigen Sie Ihrem Sprecher, was Ihnen gefällt — und ebenso, was Sie ausdrücklich nicht möchten. Beides ist hilfreich.
Falls Ihr Unternehmen ein Brand-Voice-Dokument hat, schicken Sie es mit. Auch ein Link zur Website oder ein Beispielspot reicht, um dem Sprecher ein Gefühl für die Marke zu geben. Je mehr Kontext, desto weniger Revisionen.
Nennen Sie außerdem das Zielmedium: Ein Text für einen YouTube-Spot klingt anders als eine E-Learning-Narration oder ein Telefonansagesystem. Sprecher passen ihre Energie automatisch an — aber nur, wenn sie wissen, wo der Content landet.
Revisionen richtig formulieren
Keine Aufnahme ist beim ersten Take perfekt — und das ist normal. Planen Sie mindestens eine Revisionsrunde ein. Entscheidend ist, wie Sie Ihre Korrekturen formulieren.
Schlechtes Feedback: Irgendwie klingt es nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Gutes Feedback: Bitte den dritten Satz etwas langsamer, und den Einstieg wärmer — der soll einladen, nicht ankündigen. Konkrete, zeitgestempelte Kommentare (bei 0:12 — bitte weniger betonen) sind Gold wert.
Ein professioneller Sprecher braucht keine Erklärung, warum Sie eine Änderung wünschen. Er braucht nur zu wissen, was genau anders klingen soll.
Vorbereitung zahlt sich aus
Wer fünf Minuten in ein sorgfältig redigiertes Skript und eine klare Regienotiz investiert, spart im Zweifel eine halbe Stunde Revisionsschleife. Für Unternehmen, die regelmäßig Sprachaufnahmen produzieren, lohnt sich sogar eine interne Vorlage für Skripte und Briefings.
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